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Next Gen Finals: alles über das Tennis-Turnier

Jannik Sinner
Wikimedia, CC0 1.0 (Licence)

Die nächste Generation ist am Zug: Gerade ging im Tennis das Next Gen Finals zu Ende, ein Turnier, das zwar erst seit 2017 stattfindet, aber große Beachtung verdient. Denn hier finden sich die großen Talente der Zukunft ein, um gegeneinander auf dem Court zu bestehen. Dieses Jahr war es zum ersten Mal die Sportarena PalaLido in Mailand, die als Schauplatz für den U-21-Wettkampf diente. Nicht nur die Tennisspieler waren dabei noch ziemlich frisch, sondern auch Teile der Regeln. Denn bei diesem Turnier werden gern mal ein paar Dinge auf den Kopf gestellt.

Teilnahmeberechtigt sind insgesamt 8 Spieler der U 21

Das Next Gen Finals existiert nun einmal abseits der üblichen ATP Tour, und darum bietet es sich dazu an, das Regelwerk probeweise zu verändern, um Neues zu probieren. Allerdings lehnt sich das Austragungsverfahren eng an das altbewährte ATP Finals an. Fünf Tage lang währt der Wettbewerb, organisiert vom italienischen Tennisverband Federazione Italiana Tennis und dem Olympischen Komitee. In den ersten drei Tagen treten entsprechend der altbekannten ATP Finals zwei Vierergruppen Round Robin gegeneinander an. Anschließend folgen Halbfinale und Finale, um den besten Nachwuchs-Tenniscrack der Gegenwart zu küren. Teilnahmeberechtigt sind diejenigen 7 Sportler U 21, die die meisten Weltranglisten-Punkte der aktuellen Saison für sich verbuchen konnten. Ein weiterer Zugang erfolgt über eine Wildcard.

Jannik Sinner schlug den haushohen Favoriten 3:0

In diesem Jahr war es ausgerechnet der Wildcard-Gewinner Jannik Sinner, der sich schlussendlich durchsetzte. Der 2001 geborene Südtiroler durfte auch schon bei den US Open 2019 dabei sein, verlor aber schon in der ersten Runde des Hauptfeldes gegen einen übermächtigen Stan Wawrinka. Immerhin nahm Sinner zu diesem Anlass 35 Punkte mit nach Hause und kletterte auf Weltranglistenplatz 128, seiner besten Platzierung überhaupt. Während der Gruppenphase der Next Gen ATP Finals galt für viele noch der Youngster Alex de Minaur als potenzieller Gewinner. Dieser setzte sich folgerichtig gegen Tiafoe durch und beseitigte damit das letzte Hindernis zum Einzug ins Finale. Erst dann begann sich das Blatt zu wenden und Kontrahent Sinner lief zur Höchstform auf. Am Samstagabend, dem Tag des großen Finales, fegte der Italiener den Australier innerhalb kurzer 64 Minuten vom Platz. Das Ergebnis lautete 3:0 (4:2, 4:1, 4:2). Diese Zahlen sprechen eine erstaunliche deutliche Sprache dafür, dass Sinner eigentlich hätte klein beigeben sollen.

Auch im letzten Jahr war de Minaur im Finale des Next Gen Finals gescheitert, damals gegen Stefanos Tsitsipas aus Griechenland. Vielleicht schmerzt die Niederlage deshalb doppelt, aber der 20-Jährige hat noch mehr als genug Zeit, in einem anderen Turnier zu obsiegen. Derweil heimst Sinner mit seinem souveränen Heimsieg den Löwenanteil des 1,4-Millionen-Dollar-Preisgeldes und einen Großteil des Ruhmes ein. Der gerade erst volljährige Spieler darf sich nun außerdem als jüngster Spieler der Tennis-Top-100 bezeichnen, denn er nimmt den 95. Rang in Anspruch.

„Wahrscheinlich spiele ich das beste Tennis meines Lebens“

Sinner erwies sich in diesem entscheidenden Finale von Anfang an als äußerst spielstark und dominierte de Minaur in vielerlei Hinsicht. Dieser wiederum konnte die kraftvollen Schläge des Gegners kaum sinnvoll parieren. In den kurzen Ballwechseln zeigte der schlussendliche Sieger ganz besonders stark seine Dominanz, 36 davon gingen an ihn, während sein Gegenüber nur 15 für sich verbuchen konnte. Der Favorit durfte sich immerhin ganz kurz über 9 Breakbälle freuen, die Sinner aber allesamt gekonnt abwehrte. Er konnte den Tennisball in diesen entscheidenden Momenten einfach besser beherrschen.

„Er ist so ein starker Spieler, ich wollte unnötige Fehler vermeiden“, äußerte sich Sinner im Anschluss an das Match und fügte noch an, er spiele wahrscheinlich gerade „das beste Tennis meines Lebens“. Gemäß den Geboten der Fairness gratulierte de Minaur seinem Kollegen und erklärte sich trotz allem als zufrieden. Als nächstes möchte das Nachwuchstalent Australien beim Davis Cup vertreten und dafür in Madrid sein Bestes geben. Jetzt hat er immerhin den Spanier Alejandro Davidovich Fok, den Serben Miomir Kecmanović und den Norweger Casper Ruud bezwungen, ebenso wie den bereits erwähnten US-Amerikaner Frances Tiafoe. Und das alles mit scheinbarer Leichtigkeit, ohne besondere Probleme.

Für de Minaur wäre es ein glatter Durchmarsch gewesen

Doch auch Sinner war natürlich vor seinem Triumph in Vorleistung gegangen. Er hatte es erfolgreich sowohl mit dem Schweden Mikael Ymer als auch mit Frances Tiafoe aufgenommen. Im Halbfinale stellte sich ihm Miomir Kecmanović entgegen, für den er immerhin noch 4 Sätze brauchte, um ihn nach Hause zu schicken. Sinner durfte also mit einem in der Gruppenphase verlorenen Match (gegen Ugo Humbert) zum Finale antreten, während es für de Minaur ein glatter Durchmarsch war.

Alex de Minaur
Wikimedia, CC BY-SA 2.0 (Licence)

Unverhofft kommt oft – besonders im Sport

Diese Geschichte zeigt wieder einmal, dass auch ein haushoher Favorit erst dann zum Sieger wird, wenn der letzte Ball geschlagen ist. Im Sport gilt es immer, durchzuhalten bis zum Schluss und zäh um den eigenen Triumph zu kämpfen, und sich niemals auf im Vorfeld vergebenen Lorbeeren auszuruhen. Ob den Minaur dieser Versuchung erlegen ist, scheint nicht ganz klar, aber eine gewisse Siegessicherheit dürfte schon in ihm gekeimt sein – bevor er als „nur“ Zweitplatzierter den Court verlassen musste.

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